Wohnungsbrände sind dankenswerter Weise nicht das häufigste Einsatzszenario, aber sie gehören selbstverständlich zu den ureigensten Aufgaben der Feuerwehr und sind gleichzeitig eines der gefährlichsten Szenarien für die Kameraden. Unter schwerem Atemschutz eine verrauchte Wohnung nach Personen und Brandstellen abzusuchen, ist für die eingesetzten Kräfte trotz der hochwertigen Ausrüstung gefahrenreich und körperlich anstrengend. Genau dieser Herausforderung stellten sich 12 Kameraden 2 Tage lang beim Training in der Brandsimulationsanlage. In der Theorie, an Brandmodellen und in der Praxis wurde das Feuer studiert und anschließend bekämpft. In ehemaligen Schiffscontainern wurden Rauchgasdurchzündungen und deren Handhabung geübt. In solchen Situationen ist das Löschwasser einerseits das effektivste Mittel zur Brandbekämpfung, aber andererseits ist der sich kurze Zeit später bildende Wasserdampf der größte Feind des menschlichen Körpers. So steigerten sich die Anforderungen Durchgang um Durchgang und mündeten in der Suche der Brandstelle in heißen und verwinkelten Containern unter „Nullsicht“. Erfahrungen, die man mit Diskonebel im normalen Übungsdienst nicht nachstellen kann. Mit den neuen Erkenntnissen, dem Geruch von Lagerfeuer in der Nase und vielen Säcken Wäsche ging es anschließend wieder zurück nach Nufringen, wo die Ausrüstung im Feuerwehrhaus direkt wieder einsatzbereit gemacht wurde.

Ralph Beyer